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Füttern – Nein Danke!

In Berlin kommen Wildtiere immer häufiger vor. In der gleichnamigen Broschüre der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz gibt es Tipps für die Begegnung von Wildtieren und Menschen.

Auch wenn es gut gemeint ist: Füttern gefährdet die Gesundheit der Wildtiere!

Weitere Informationen
Füttern – Nein Danke! (Broschüre der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin)

Tipps im Umgang mit Füchsen

von Jennifer Hieber

Fuchs
Fuchs im Margeritenweg, Kolonie Plötzensee

Der Fuchs ist in der Regel ein dämmerungs- bzw. nachtaktives Tier. Durch die anstrengende Jungenaufzucht von April bis Mai/Juni wirkt das Weibchen oft struppig und der Schwanz zerzaust oder fast kahl. Dieses Aussehen ist normal und bietet keinen Anlass zur Besorgnis.

Bei unbeabsichtigten Begegnungen mit einem Fuchs gilt:

  • Ruhe bewahren und dem Tier einen Fluchtweg freilassen. Füchse sind Wildtiere und sollen es auch bleiben!
  • Gemüse, Früchte, Salat und Fallobst vor dem Verzehr gründlich waschen
  • nach Spaziergängen, Gartenarbeit, Kontakt mit Haustieren Hände waschen, Schuhe wechseln
  • Vorsicht beim Umgang mit Haustieren, sie können die Eier im Fell tragen oder beim Mäusefangen (Zwischenwirt des Fuchsbandwurms) verschleppen
  • Hunde und Katzen regelmäßig entwurmen
  • Schuhe und leicht zu transportierende Gegenstände, die dem Fuchs als Spielzeug dienen könnten, zumindest über Nacht wegräumen
  • Sollte bereits eine Fuchsfamilie auf dem Grundstück leben, müssen während der Jungenaufzucht von März bis Juni Störungen unterlassen werden.
  • Fuchskot, ca. drei bis acht Zentimeter lang, ist meist an einem Ende in eine weiße Spitze ausgezogen und wird oft an erhöhten Stellen platziert. Im Garten sollte er insbesondere im Spielbereich von Kindern entfernt werden, um alle eventuellen Infektionswege auszuschließen. Der Kot gehört nicht auf den Kompost, er sollte ähnlich dem Hundekot mit einer Plastiktüte aufgenommen und in der Mülltonne entsorgt werden.

Bauvertreibung

Hat sich ein Fuchs im Garten einen Bau zugelegt, sollte dieser nicht unbedacht verschlossen werden, da eingesperrte Tiere qualvoll darin verenden. Zuerst gilt vor allem, sich zu versichern, ob sich Junge in dem Fuchsbau befinden. Bevor die Jungen nicht etwa neun Wochen alt sind, sollte ein Bauverschluss auf keinem Fall vorgenommen werden. Zwischen spätem Frühjahr und Sommerbeginn begeben sich die Jungen meist mit dem Jagen, sodass hier der früheste Zeitpunkt gekommen ist, um mit der Verschließung zu starten. Die ideale Vorgehensweise sieht folgendermaßen aus:

  • mit Duftstoffen in Baunähe beginnen
  • Duftstoff täglich erneuern und näher an Bau setzen (zwingt Füchse aus dem Bau zu fliehen)
  • nicht den Eingang damit versperren, damit Füchse entkommen können
  • wenn Bau leer ist, Eingang vollständig mit Duftstoff bedecken (Stroh, Heu oder Lappen eignen sich optimal als Duftstoffträger)
  • täglich Eingang kontrollieren, ob Eingang wieder freigelegt ist
  • ist Eingang nach zwei bis drei Tagen unverändert bedeckt, ist Fuchs/sind Füchse weg
  • abschließend Bau zuschütten und fest verschließen (ideal: Steinplatte oder Ähnliches darauf legen)

Vorbeugung

Damit ein Fuchs nicht erneut den Weg in den Garten sucht und zu vertreiben ist, sollten einige vorbeugende Maßnahmen getroffen werden:

  • keine Fütterung
  • keine offen zugängliche Wasserstellen in der Nacht
  • sofortiges Entfernen von toten Tieren (Vögel, Mäuse, etc.)
  • keine Düngemittel tierisches Ursprungs verwenden
  • Fallobst zügig entfernen
  • bei Selbstanbau so früh wie möglich ernten
  • Kompost gut abdecken
  • keine Lebensmittelreste auf Kompost legen

Weitere Informationen
Füchse in Berlin (Broschüre des NABU Berlin)

Was wächst denn da vor dem Vereinshaus?

Im vergangenen Jahr hat der Vorstand mit dem Team der Gartenfachberatung überlegt, wie unsere Gemeinschaftsflächen insektenfreundlicher und ressourcenschonender (Wasser) gestaltet werden können. Als Pilot-Projekt haben wir dazu im Herbst 2019, zusammen mit einer Gruppe von Gartenfreunden, zwei Flächen umgestaltet in:

  1. ein Beet aus Wildblumen und Kräutern
  2. eine pflegeleichte Rasenfläche aus Wildgräsern

Geplant ist, noch weitere Gemeinschaftsflächen (z.B. Rasen) in artenreiche und standortgerechte Pflanzflächen umzugestalten.

Außerdem wäre es schön, wenn die Aktion zur Nachahmung im eigenen Garten inspiriert!

Die Gartenfachberaterinnen Heike Fischer & Katharina Schütze stehen euch bei der Planung einer neuen Wildblumenfläche oder eines pflegeleichten Wildgräser-Rasens gerne beratend zur Seite.
gartenfachberatung@kleingartenkolonie-ploetzensee.de

Wir wünschen euch viel Freude beim naturnahen Gärtnern!
Der Vorstand und das Team der Gartenfachberatung

Wiesenstreifen am Friedhof mit Metallzaun

Wildblumen und Kräuter am Friedhofszaun

Auf dem langen Beet am Friedhofszaun (gegenüber vom Vereinshaus) haben wir einen Saum aus 56 verschiedenen Wildblumen und Kräutern ausgesät. Der Boden dort ist nährstoffarm, trocken und sonnig und damit hervorragend für genügsame Wildblumen eignet.

Für Insekten, insbesondere Wildbienen und Schmetterlinge, bieten gerade Wildblumen wichtige Pollen- und Nektarquellen. Einige der Arten blühen bereits im ersten Jahr, im April war z.B. die Acker-Ringelblume besonders auffällig.
Bis zur vollen Entwicklung werden ca. zwei Jahre vergehen. Der Saum wird dann eine Höhe von bis zu 140 cm erreichen.
Die Wildblumen und Kräuter sind sehr anspruchslos und müssen nur bei extremer Trockenheit gewässert werden. Generell bleibt die Pflege gering, nur einmal im Jahr müssen die Pflanzen zurückgeschnitten werden – am besten im zeitigen Frühjahr, da hohle Stängel als Winterquartier von Insekten genutzt und Samenstände von Vögeln aufgesucht werden.
Vor allem auf nährstoffarmen und trockenen Standorten kann der Artenreichtum der Wildblumen und Kräuter über Jahre hinweg stabil sein. Umgekehrt gilt, je nährstoffreicher ein Boden ist, desto schneller setzen sich wenige, nährstoffliebende und konkurrenzstarke Pflanzen durch und verdrängen die anspruchslosen Wildarten.

Fazit: Wer viele Jahre Freude an seinen Wildblumen haben möchte, sollte sie an einem möglichst “schlechten“, nährstoffarmen Standort aussäen!

Rasen aus Wildgräsern im Zufahrtsbereich Lindenweg 23

Auf einem Großteil der Gemeinschaftsflächen und in den meisten Kleingärten unserer Kolonie sind (Zier-) Rasenflächen angelegt. Als trittfester Untergrund dient Rasen vor allem der Begehbarkeit. Damit ein Rasen jedoch einigermaßen grün und am Leben bleibt, muss nicht nur regelmäßig gemäht, sondern vor allem viel gewässert werden – in der warmen Jahreszeit fast jeden Tag. Manch ein Kleingärtner gerät hier an seine Grenzen, und ausbleibende Niederschläge tun ihr übriges.

Gerade in Zeiten des Klimawandels erscheint es sinnvoll, zunehmend auf trockenheitstolerante Pflanzen zurückzugreifen. Im Zufahrtsbereich Lindenweg 23 haben wir deshalb eine kleine Fläche zwischen den Fahrspuren mit einer trittfesten Samenmischung aus Wildgräsern eingesät. Der Standort ist sehr trocken und warm, was Wildgräser besser tolerieren als herkömmliche Rasenmischungen, d.h. sie müssen in der warmen Jahreszeit deutlich weniger gewässert werden.
Kurzgehalten werden die Gräser vor allem durch Benutzung 
bzw. Trittbelastung. Nur dort wo wenig Trittbelastung erfolgt, 
muss gelegentlich gemäht werden.
Die Fläche im Zufahrtsbereich Lindenweg ist einer besonders hohen Belastung durch KFZ ausgesetzt, entsprechend zeigen 
sich einige kahle Stellen. Dennoch können die weniger befahrenen Randbereiche als Anschauungsbeispiel dienen.

Fazit: Wer sich einen trittfesten und pflegeleichten grünen Teppich wünscht, für den könnte ein Rasen aus Wildgräsern genau das Richtige sein!